Paris an einem Tag

In den Weihnachtsfereien 2008/2009 haben wir das Verrückte getan und auf Anregung von Annika eine Fahrt mit dem TGV nach Paris gebucht. Seit einiger Zeit ist ja Karlsruhe via Strasbourg in etwas mehr als 3 Stunden mit der französischen Metropole verbunden. Kurz vor Weihnachten machten wir die Fahrt klar und so standen wir vor der Herausforderung, die paar Stunden in Paris zu füllen. Auf die Frage, was wir in Paris machen wollten, äußerten Annika und Maximilian unisono: Louvre mit Mona Lisa, Champs Elysées, Eiffelturm, Notre Dame. Anspruchsvoll und viel…

Der TGV fährt mit 5 Minuten Verspätung in den Hauptbahnof Karlsruhe ein. Bis Strasbourg sowie schätzungweise bis hinter Metz geht die Fahrt relativ gemächlich dahin, bis man plötzlich spürt, wie der TGV schneller und schneller wird und so mit geschätzten 300 km/h Richtung Paris düst. Leider hat der TGV keinen Service wie der ICE, es fehlen also Geschwindigkeitsanzeige und Faltplan mit der Streckenführung und den Entfernungsangaben. Auch ist der Zug gefühlt schmaler und enger. Nichts desto trotz erreichen wir pünktlich den Gare de l’Est und sind in Paris!

Der erste Weg führt uns in Richtung Métro und an einem Schalter erstehen wir drei Tagestickets, so dass wir flexibel sind. Es gibt zwar auch Automaten, aber wer Fahtkartenautomaten kennt, ist froh, wenn in der Nähe ein Schalter mit einem Menschen dahinter ist, der einem die Tickets verkauft (wenn auch auf Französisch ;-) ).

Per Métro geht es zum Louvre, den wir an der Station “Palais Royal/Musée du Louvre” erreichen. Wir betreten das riesiege Museum durch den (unterirdischen) Eingang “Galerie du Carrousel”. Hier finden sich die beiden Pyramiden, die der Cineast aus der Schlussszene des Filmes “Sakrileg – The DaVinci-Code” kennt (Tom Hanks hat hier das angebliche Grab Maria Magdalenas gefunden…). Im Vorfeld haben wir von der Website des Louvre den selbst durchzuführenden Rundgang “Highlights des Louvre” heruntergeladen. Diesen wollen wir auch machen und in Verbindung mit dem Plan des Louvre (erhältlich in deutsch und anderen Sprachen in der “Halle Napoléon”) sind wir gerüstet, um zumindest die Highlights dieses Wahnsinnsmuseum zu sehen. Der Andrang heute ist nicht sehr groß und so können wir unsere Taschen und Jacken (kostenlos!) deponieren. Die Highlights befinden sich alle im “Denon”- bzw. “Sully”-Flügel und so starten wir und lassen die großartigen Werke auf uns wirken. Wir sehen die Mona Lisa, die Hochzeit von Kana, die Nike von Samothrake, Das Floß der Medusa, Die Freiheit führt das Volk, Michelangelos sterbender Sklave, die Venus von Milo und viele, viele mehr. Sehr, sehr beeindruckend. Nach leider nur 90 Minuten verlassen wir den Louvre via Pyramide und ziehen weiter.

Die nächste Station ist die Champs Elysées, die Prachtstraße von Paris. Diese ist ja ab dem Place de la Concorde sehr lange und da Maximilian und Annika zum L’Arc de Triomphe wollen, beschließen wir, mit der Métro bis zur Station “George V” zu fahren und den Rest zum Arc zu Fuss zu gehen. Das schöne Winterwetter lockt die Menschen nach draußen und so sind in den in der Sonne liegenden Cafés auch die Außenplätze belegt. Am L’Arc de Triomphe verzichten wir auf einen Aufstieg zur Plattform und sehen und das imposante Bauwerk nur von unten an und genießen den Blick in Richtung Concorde und La Défense (dieser neuen Bürostadt), während um uns herum der Verkehr tobt.

Weiter geht es mit der U-Bahn nun zum Eiffelturm. Wir nähern uns dem Wahrzeichen von Paris von der Métro-Station “Champ du Mars/Tour Eiffel” auf der linken Seineseite her. Das wunderbare Winterwetter mit strahlendem Sonnenschein gibt schöne Ansichten auf die Hausboote auf der Seine frei sowie auf die Häuserfronten auf der anderen Seineseite. Am Nordportal des Eiffelturms finden wir die Schlange der auf den Aufzug Wartenden und so gehen wir unterhalb des Turmes weiter zum Südportal, wo wir als letzte die Tickets für den Aufstieg per Pedes lösen können. Danach schließt das Portal, denn 15 Minunten später soll das Ostportal geöffnet werden. Zur ersten Plattform sind es ca. 300 Stufen. Schon der Ausblick von der ersten Plattform auf das in der Sonne liegende Paris ist atemberaubend. Noch schöner ist der Rundblick von der ca. 400 Stufen weiter höher liegenden zweiten Plattform: Invalidendom, Louvre, Notre Dame, Sacré Coeur, Palais de Chaillot – unglaublich. Wir verbringen viel Zeit hier oben und zögern auch nicht, den Lieben zu Hause ein paar Sonnenstrahlen via Handy zu schicken *grins*.

Nach dem Abstieg möchte Maximilian Fotos vom Tour Eiffel vom Champ de Mars (“von da aus werden auch die Postkarten fotografiert”) machen und so laufen wir durch den Park in Richtung École Militaire und schießen alle Nase lang ein Foto von diesem imposanten Bauwerk…

Weiter führt uns unsere Tour de Paris mit der Métro zur Haltestelle “St. Michel” (mit einem kleinen Zwischenstopp am Place de la Concorde).

Hier erreichen wir den Quai St. Michel, wo sich die grünen Kästen der “Bouquinistes” finden, die hier am Seineufer gegenüber der “Île de la Cité” ihren Geschäften mit Andenken, Drucken und Ähnlichem nachgehen. Wenn man aus der Métro-Station kommt fällt einem mit dem Blick nach rechts sofort die mächtige Kathedrale “Notre Dame” auf. Diese befindet sich mittlerweile im Licht der untergehenden Sonne und strahlt eine schöne Atmosphäre aus. Über die Pont au Double gelangen wir auf den Vorplatz, der als Besonderheit u.a. den “Point Zéro des Routes de France” hat, sozusagen die Stadtmitte von Paris. Notre Dame beeindruckt durch die mächtigen beiden Glockentürme und dem riesigen Mittelschiff (130 m Länge, 48 m Breite und 35 m Höhe). Rechts von dem relativ schlichtem Hauptaltar findet sich die schöne Marienstatue “Notre Dame de Paris”, der Namensgeberin. Wunderbare Kirchenfenster und kunstvoll getaltete Seitenkapellen machen dieses Gotteshaus zu etwas sehr Besonderem und Beindruckendem.

Langsam aber sicher kommt die Abfahrtszeit unseres Zuges näher und so laufen wir auf der Cité bis zur gleichnamigen Métro-Station und fahren noch zum größten Kaufhaus von Paris, den Galeries Lafayette. Maximilian gehen in der Spielwarenabteilung die Augen über, ob des dortigen Angebotes an diversen (teuren) Legobaukästen. Und sehr beeindruckend ist natürlich auch die Kuppel dieses riesigen Konsumtempels. Die im Erdgeschoss befindliche Parfümerie ist fast genauso wir in anderen Kaufhäusern, mit dem kleinen Unterschied, dass hier alles irgendwie exklusiver wirkt. Liegt vermutlich auch daran, dass an einem Stand als Deko ein Meerwasseraquarium integriert ist… ;-)

Unsere Beine und Füße machen langsam nicht mehr mit und nach einem Imbiss sind wir wieder am Gare de l’Est, von wo aus uns ab 19:05 Uhr ein ICE via Forbach, Saarbrücken und Kaiserslautern nach Mannheim bringt. Die letzten 25 Minuten nach Karlsruhe sind dann schnell vorbei und gegen 23:00 Uhr hat uns die Heimat nach einem mehr als beeindruckendem Tag wieder.